Serienfertigung

Projektbericht

Produktivitätsfaktor Leistungslohn

Ein Fahrradhersteller stand durch den sich verschärfenden Wettbewerb vor der Aufgabe, schnell von Zeitlohn auf Leistungslohn umzustellen. Die Fertigung in der Vor- und Endmontage war auftragsbezogen organisiert und die Losgrößen variierten beträchtlich.
Der gesamte Montageprozess wurde analysiert, die jeweiligen Tätigkeiten exakt abgegrenzt und die entsprechenden Zeitdaten ermittelt. Für die Fertigung der aktuellen Erzeugnisse konnte ein überschaubarer Katalog von Zeitklassen zusammengestellt werden. Bei neuen Produkten kann man aus den festgelegten Zeitbausteinen sehr schnell den Fertigungsaufwand ermitteln und das Ergebnis einer Zeitklasse zuordnen oder eine weitere Zeitklasse einrichten. Zeitaufnahmen sind nur noch bei völlig neuen, bisher noch nie montierten Baugruppen erforderlich. Damit ist das Entgeltsystem einerseits zukunftsfähig und andererseits auch handhabbar.
Die Montage wurde technisch-technologisch und organisatorisch verbessert, ohne dass große Investitionen notwendig waren. Zur Abfederung der saisonalen Schwankungen der Auftragslage wurde ein flexibles Arbeitszeitmodell eingeführt.

Das Leistungslohnmodell bildet die Grundlage für eine Gruppenentlohnung. Der Betriebsrat stimmte im Rahmen einer Betriebsvereinbarung zu, weil glaubhaft nachgewiesen wurde, dass die Mitarbeiter nicht weniger, sondern mehr verdienen werden.
Die Produktivität der Montage stieg innerhalb eines halben Jahres um 27%.
Die Mitarbeiter erreichten eine durchschnittliche Leistung von 112% und hatten dadurch auch mehr in ihrer „Lohntüte”. Die Stückkosten konnten um 8% gesenkt werden.